Gemeinsam das Feuer wieder entfachen

Ökumenischer Pfingstbrief 2024


Liebe Schwestern und Brüder,

in unserem Land macht sich ein Gefühl der Müdigkeit und Lähmung breit: Nach all den Krisen und Problemen in Deutschland und der Welt scheinen viele Menschen ausgebrannt und die Hoffnung und den Glauben an eine bessere Zukunft zu verlieren. Vielen fehlt die Kraft, sich gegen Angriffe auf unsere Werte und unsere Lebensweise zu verteidigen.

In genau dieser Zeit kann uns das Pfingstfest neue Kraft geben, um die frohe Botschaft Gottes zu verbreiten. In Zeiten, in denen extreme, rassistische und antisemitische Parolen immer öfter laut werden, braucht es uns Christenmenschen für das Stiften von Glaube, Hoffnung und Liebe.

Die Gottes-Ebenbildlichkeit des Menschen ist die biblische Grundlage unserer Haltung. Sie ist der unbedingte Grund, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen. Unabhängig vom jeweiligen Glauben, von der Herkunft, der Nationalität oder vom Geschlecht sind wir alle Gottes Kinder. So schöpfen wir aus unserem Glauben Motivation, die Würde jedes Menschen mit aller Kraft zu verteidigen.

Wir in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und im Erzbistum Berlin stehen uneingeschränkt dafür ein, dass die unantastbare Würde eines jeden Menschen geschützt wird. Die besten Voraussetzungen dafür bietet nach unserer Überzeugung ein Staat, in dem Demokratie und Rechtsstaatlichkeit fest verankert sind. Deshalb war es ein so ermutigendes Zeichen, als sich zu Beginn dieses Jahres Millionen Menschen, die sonst vieles trennen mag, gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus versammelt haben. Dieses Engagement gibt uns Hoffnung. Uns als Kirchen ist angesichts unserer eigenen historischen Verantwortung bewusst, dass wir besonders gefordert sind!

Aktueller denn je gilt für uns Christenmenschen, was Paulus an die Gemeinde in Korinth schrieb: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe“ (1. Korinther 13, 13). Denn gerade in diesem besonderen Wahljahr müssen wir unsere christlichen Werte in die Debatte einbringen und Glaube, Hoffnung und Liebe weitergeben. Am besten geschieht das vor Ort in den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen, die gute Orte eines gemeinsamen Nachdenkens und Streitens und eines neuen Aufbruchs sein können.

Nehmen wir die Herausforderung gemeinsam an, gehen wir vom pfingstlichen Geist getragen voran und entfachen wir das Feuer des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe in den Menschen!

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen allen ein gesegnetes Pfingstfest!

 

Dr. Karlies Abmeier
Vorsitzende des Diözesanrates

Harald Geywitz
Präses der Landessynode