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Psalm, Lieder, Gebete und Predigt von Superintendent Uwe Simon

 

Bild von Thomas B. auf Pixabay

 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.

2.Korinther 13,13

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen!
Unsere Hilfe steht im Namen des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.
Der Herr sei mit euch – und mit deinem Geist.

 

„Was für ein Segen!“ sagen wir manchmal.
Und der Segen ist das Herzstück, das Finale am Sonntag, ehe wir uns aus dem Gottesdienst aufmachen in den Alltag, aber eben nicht ohne Zuspruch und Zuwendung: Gnade und Liebe und Geistesgegenwart, dreifaltige Vergewisserung des Herzens Gottes am Sonntag Trinitatis, wo wir die Einheit und Gegenwart des Schöpfers, des Sohnes und der Geisteskraft feiern, uns dem Geheimnis Gottes nähern, in dem wir singen und beten und Gott loben. Was für ein Segen!
Auch das wir Lieder wie die von Paul Gerhardt haben. Gerade hatte sich sein Todestag zum 350. Mal gejährt , aber seine Lieder begeistern und trösten, vergewissern und verbinden bis heute. Darum: Geh aus, mein Herz

 

Lied

Geh aus, mein Herz und suche Freud (EG 503, 1+13-15)

1) Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben,
sich ausgeschmücket haben.

13) Hilf mir und segne meinen Geist
mit Segen, der vom Himmel fleußt,
dass ich dir stetig blühe;
gib, dass der Sommer deiner Gnad
in meiner Seele früh und spat
viel Glaubensfrüchte ziehe,
viel Glaubensfrüchte ziehe.

14) Mach in mir deinem Geiste Raum,
dass ich dir werd ein guter Baum,
und lass mich Wurzel treiben.
Verleihe, dass zu deinem Ruhm
ich deines Gartens schöne Blum
und Pflanze möge bleiben,
und Pflanze möge bleiben.

15) Erwähle mich zum Paradeis
und lass mich bis zur letzten Reis
an Leib und Seele grünen,
so will ich dir und deiner Ehr
allein und sonsten keinem mehr
hier und dort ewig dienen,
hier und dort ewig dienen.

 

Psalm 113

Halleluja!
Lobet, ihr Knechte des Herrn,
    lobet den Namen des Herrn!
Gelobt sei der Name des Herrn
    von nun an bis in Ewigkeit!
Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang
    sei gelobet der Name des Herrn!
Der Herr ist hoch über alle Völker;
    seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist.
Wer ist wie der Herr, unser Gott,
    der oben thront in der Höhe,
der niederschaut in die Tiefe,
    auf Himmel und Erde;
der den Geringen aufrichtet aus dem Staube
    und erhöht den Armen aus dem Schmutz,
dass er ihn setze neben die Fürsten,
    neben die Fürsten seines Volkes;
der die Unfruchtbare im Hause wohnen lässt,
    dass sie eine fröhliche Kindermutter wird. Halleluja!

 

Hinführung zum Kyrie

Gott, wie oft denken wir, wir wüssten,
wer du bist und wie du bist.
Wir legen dich fest.
Wir lassen uns von dir nicht mehr überraschen.
Erbarme dich.

 

Hinführung zum Gloria

So spricht Gott:
Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet,
so will ich mich von euch finden lassen.
(Jer 29,13b-14a)

 

Tagesgebet

Großer Gott,
du hast Himmel und Erde erschaffen.
Deine Herrlichkeit erfüllt das All.
In Jesus Christus bist du Mensch geworden
und hast unser Leben und Sterben geteilt.
In deinem Geist erneuerst du unser Leben
und umfängst uns mit deiner Liebe.
Wir loben und preisen dich, den dreieinigen Gott.
Jetzt und in Ewigkeit.

 

Evangelium

Johannes 3, 1-8

Jesus und Nikodemus

1Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, ein Oberster der Juden. 2Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. 3Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.
4Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? 5Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. 6Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. 7Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von Neuem geboren werden. 8Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist.

 

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Amen.

 

Lied

Wer nur den lieben Gott lässt walten (EG 369, 1.3.4.7)

1) Wer nur den lieben Gott lässt walten
und hoffet auf ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten
in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,
der hat auf keinen Sand gebaut.

3) Man halte nur ein wenig stille
und sei doch in sich selbst vergnügt,
wie unser's Gottes Gnadenwille,
wie sein Allwissenheit es fügt;
Gott, der uns sich hat auserwählt,
der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt.

4) Er kennt die rechten Freudenstunden,
er weiß wohl, wann es nützlich sei;
wenn er uns nur hat treu erfunden
und merket keine Heuchelei,
so kommt Gott, eh wir's uns versehn,
und lässet uns viel Guts geschehn.

7) Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
verricht das Deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen,
so wird er bei dir werden neu;
denn welcher seine Zuversicht
auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

 

Predigt

Der priesterliche Segen (4. Mose 6,22–27)

22Gott sprach zu Mose: 23»Sprich zu Aaron und seinen Nachkommen: ›So sollt ihr Israel segnen, ihnen zusagen:
24Gott segne dich und behüte dich.
25Gottes Antlitz hülle dich in Licht, und sie sei dir zugeneigt.
26Gottes Antlitz wende sich dir zu, und sie schenke dir heilsame Ruhe.‹
27So sollen sie Israel meinen Namen auflegen, und dann werde ich selbst sie segnen.«
(Bibel in gerechter Sprache)

Hände sprechen eine unmissverständliche Sprache.
Zusammen mit ihrem Enkel wollte sie die Straße überqueren, sicher auf die andere Seite gelangen. Sie hielt die Hand ausgestreckt und ergriff die kleine Kinderhand, die wie selbstverständlich in der großen Hand ruhte. So viel Vertrauen, Zärtlichkeit, Selbstverständlichkeit und Sicherheit lagen für das Kind in dieser Geste: An die Hand genommen wird mir nichts passieren.
Es etwas ganz anderes ist es, immer vorwärts geschubst zu werden mit der mahnenden Stimme: nun geh schon endlich, beweg dich.
Die ausgestreckte Hand ist ein Angebot, die stoßenden oder schiebenden Hände sind Gewalt und Zwang.
Im Kindergarten hatten sie vor ein paar Tagen geübt, Nein zu sagen und Erwachsene, die übergriffig werden und körperlich zu nahe kommen, mit einer deutlichen Geste und einem klaren Nein in die Schranken zu verweisen. „Stopp“ zeigt die gerade nach vorn gehaltene Hand unmissverständlich. Bis hierher und nicht weiter.
Manchmal wehren wir mit beiden Händen Menschen oder Dinge ab und versuchen uns zu schützen: Bleib mir fern - verschon mich damit.
Morgens, wenn es losgeht, streichen dafür Mutter oder Vater dem Kind noch einmal liebevoll über den Kopf. Noch lässt es sich das gerne gefallen, es ist ja eine fürsorgliche Geste, die behutsam sagt: Ich bin da für dich.
Die Hände unterstreichen buchstäblich, was im Blick zu lesen ist: liebevolle Verbundenheit.
Hände können also Vertrauen vermitteln, sie können zupacken und helfen, sie können Grenzen zeigen und abwehren. Sie können auch zwingen.
Sie können Hilflosigkeit zum Ausdruck bringen oder schützend über jemanden gehalten werden, manchmal auch ganz wörtlich. Wenn mir jemand die Hand auflegt, dann spüre ich die Nähe, den Kontakt, ich spüre ein unsichtbares Band in dieser Geste, eine Energie, eine Kraft, die fließt, egal ob die Hände, über meinem Kopf gehalten oder aufgelegt, nun mit ihrem Gewicht auch zu spüren sind. Da geschieht etwas mit mir. Das tut mir gut, wenn die Hände es gut mit mir meinen, wenn die Person Gutes für mich will.
Handauflegung ist eine alte Geste des Gebetes für Kranke, Bedürftige oder Reisende. Die Hände tun, lassen spüren, was sie zu gleich versprechen.
Sie sind Zuspruch und Ausdruck von Schutz und Segen, verheißen aber auch Heilung.
Und egal, was und wie ich glaube, was ich den berührenden Händen zutraue, tut mir solche Zuwendung und Aufmerksamkeit, wenn ich sie zulasse, gut. Es ist uraltes Wissen, dass sanfte Berührung Entspannung bewirkt, Stress abbaut und Selbstheilungskräfte aktiviert.
Allerdings muss ich dazu bereit sein, ich muss mich berührbar machen, Nähe zu lassen und mich berühren lassen. Ich gebe mich aus der Hand und überlass mich den Händen anderer. Das ist nicht jedermanns Sache und das kann auch grenzwertig sein, wenn eben das innere Einverständnis nicht da ist, wenn die falsche Person mich berühren will oder es eben einfach nicht der rechte Augenblick ist.
Fass mich nicht an, wehre ich dann ab und will darin respektiert werden. Ansonsten bin ich angefasst, unangenehm berührt, gekränkt, verletzt, abgeschreckt.
Wenn es gelingt und zugelassen wird, bin ich dagegen berührt, erfüllt von einer Kraft, spüre Zuneigung und Nähe, beglückt beschwingt.
Behutsam berühren meine Hände ein anderes Mal, um zu erkunden, sie fühlen, streicheln oder zeichnen Wunden, Verletzungen und Narben nach.
Das sind alles Momente höchster Aktivität oder Passivität, je nach der Rolle, die mir gerade zukommt.
So ist das mit dem Segen auch: Da sind Hände, die mich berühren, mich leiten, mir gut tun, wenn ich es zulasse, die schützend über mich gehalten werden, oder mit denen ich berühre, Gutes verspreche und liebevoll zuwende. Und das alles, obwohl ich nichts von mir aus zu geben habe als meine ganze Aufmerksamkeit, als die Kraft der Gedanken und guten Wünsche, die mich erfüllen. Und das obwohl ich nichts zu bieten habe, als empfangsbereite oder schenkende offene Hände und Sinne.
Segen, so Fullbert Steffensky, ist die Fähigkeit zu geben, was ich nicht habe.
Ein Augenblick intensiver Aktivität und höchster Passivität. Der Gesegnete, so erklärt Steffensky wunderbar, erlaubt sich den Sturz in das Versprechen der Geste und des Wortes: Hände, die sich zum Segen erheben oder behutsam über den Segnenden gehalten werden, ehe die ganz vertrauten Worte erklingen:
Gott segne dich und behüte dich.
Gottes Antlitz hülle dich in Licht, und sie sei dir zugeneigt.
Gottes Antlitz wende sich dir zu, und sie schenke dir heilsame Ruhe.‹
Und so gesagt, sind sie jetzt doch nicht ganz vertraut. Es sind die Worte, mit der die Bibel in gerechter Sprache dem aaronitischen Segen nachspürt, der übrigens an keiner Stelle im NT gesprochen oder zitiert wird, aber konstitutiv auch unseren christlichen Gottesdienst ausmacht, beschließt und das Tor zum Alltag weit auftut.
Im Gottesdienst, wenn ich mir den Sturz in das Versprechen der Geste erlaube, mich von den segnenden Händen umhüllt oder angerührt fühle, dann warte ich auf das vertraute Wort, das nicht mehr erklärt, sondern nur empfangen werden will.
Der HERR segne dich und behüte dich,
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der HERR erhebe sein Angesicht auf dich/über dir und schenke dir Frieden.
Dieser Moment des Segens, wo die Worte Geste und die Geste Worte und beides ganz wirklich und wirksam werden, ist nicht der Ort zum Nachdenken, zur Reflektion, zur Auseinandersetzung oder Diskussion über Gottesbilder und Geschlechtergerechtigkeit, so unbedingt notwendig das alles ist, und höchste Zeit, denn Sprache zeigt Bewusstsein und Sprache verändert auch Denken. Aber in dieser Geste an diesem gottesdienstlichen Ort ist nicht die rechte Zeit selbst für bewusste und aufrechte Provokation. Wenn alles gesagt und gehört ist, wenn das Gotteslob aus dem Gottesdienst entlassen und zum Alltag einladen will, dann möchte ich in begnadeter Passivität fallen und aufgehoben sein in diesem kostbarsten Schatz des Glaubens.
„Der Segen ist die dichteste und die dramatischste Stelle des Glaubens. Dort wird nämlich inszeniert, was Gnade ist: nicht erringen müssen, wovon man wirklich lebt; sich nicht bannen lassen durch die eigenen Zweifel und durch die Zersplitterung des eigenen Lebens. Der Gesegnete muss nicht nur er selber sein. Er stürzt in den Abgrund des Schoßes Gottes.“
Hier bei den letzten Worten, die ich hörend empfange und mit auf den Weg nehme, ist nicht der Platz für aufrüttelnde und herausfordernde Überraschung. Segensworte dürfen/sollen einfach geschehen.
Mich berührt es sehr, wie viele Gottesdienstbesucher sagen, dass ihnen die Predigt wichtig, aber der Segen am Ende lebenswichtig sei – und zwar als Anfang, für das, was kommt, für die Woche, in die sie aufbrechen.
Wie geht es ihnen eigentlich dabei? Erzählen sie es sich ruhig nachher!

Im Alltag Israels – denn aus der hebräischen Bibel stammt der Predigttext des heutigen Tages, also aus dem Erbe unserer jüdischen Geschwister - gibt es viele Weisen zu segnen.
Im Ursprung des Wortes segnen Menschen übrigens auch Gott, in dem sie ihn loben. Die Aufforderung zum Gotteslob ist die Aufforderung Gott zu segnen, ihm den Segen zu danken und zurückzugeben. „Segne den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat!“ (Psalm 103, 2) müsste man den Psalm eigentlich singen.
Aber im Gottesdienst und nur da, wird der aaronitische Segen über den Menschen gesprochen,
der Name Gottes wird auf die Israeliten gelegt, sie werden nach ihm benannt, werden sein Eigentum, ihm anbefohlen. Jetzt weiß jeder, woher er kommt und wohin sie gehört; alte und vertraute Worte, Bindeglied zwischen den Generationen und Menschen!
Die priesterlich, liturgisch segnenden Händen erzählen davon, wie Gottes Gegenwart umhüllen, sich um uns und über uns legen will.
Deswegen ist die Sprache der Hände so wichtig, die einladende Offenheit, die bergende Fürsorglichkeit.
Man kann sie spüren, wenn man zum Segen steht. Man kann seinen Händen nachfühlen, anfühlen wie der Segen durch einen hindurch geht. Man kann spüren, wie etwas weitergegeben wird, was eigentlich unverfügbar ist: Aufmerksamkeit, Zuwendung, Gegenwart und Liebe.
Eine einfache Geste, die unterstreicht, was dann in Worte gefasst wird, damit wir es mit Herz und Sinnen begreifen:
Gott segne dich und behüte dich.
Ich möchte ja nicht ausgeliefert, hilflos und schutzlos sein.
Nicht nur, weil ich mein Leben selber in der Hand behalten möchte, sondern vor allem, weil ich immer wieder erlebe, dass ich eben nicht alles beherrschen, organisieren, vorhersehen oder verhindern kann. Ich finde mich immer wieder in der Abhängigkeit, die Kinder erleben, die aber ihren Eltern vertrauen wollen/können und aus diesem Vertrauen auf die Fürsorge und Hilfe eine große Gelassenheit und Zuversicht schöpfen. So möchte ich auch glauben und leben aus dem Urvertrauen auf Gottes Güte und Sorge.
Gottes Antlitz hülle dich in Licht, und sie sei dir zugeneigt.
Diese Liebe und die Sorge kann ich in den Augen und im Blick erkennen. Augen erzählen von Aufmerksamkeit und Wärme oder von Ablehnung.
Gott zeigt mir gegenüber Gesicht. Was ich nicht sehen kann und nach biblischen Verständnis auch nicht sehen darf, weil Gott in seinem Licht und in seiner Herrlichkeit unanschaubar bleibt, weil er sich oft genug auch meiner Erfahrung entzieht, als wäre er nicht, schaut mich doch liebevoll, verständnisvoll an. Ansehen muss ich mir nicht erwerben oder verdienen. Ansehen kommt aus dem Angeschautwerden Gottes. Sein Antlitz, mir lichtvoll und liebevoll zugewandt, ein vertrautes DU und offene Augen und Ohren, mehr brauche ich doch nicht und mit weniger muss ich auch nicht in den Alltag meines Lebens gehen.
Mir zugeneigt ist ER, ist SIE und lauter Zuneigung. Näher kann mir ein Angesicht gar nicht kommen, als dass ich die Wärme und den Atem spüre.
Wenn etwas Menschen, Welt und Wirklichkeit verändern kann, dann ist es genau diese Erfahrung: du bist angeschaut. Die Liebe und Lebenskraft, als die wir Gott glauben, ist dir zugeneigt. Mensch im Angesicht Gottes, das bist DU und das ist jeder und jede!
Gottes Antlitz wende sich dir zu, und sie schenke dir heilsame Ruhe.
Zugewandt ist Gott, empfindsam, einfühlsam und gesprächsbereit.
Wenn ich mein Gegenüber nicht mehr ertragen mag oder ertragen kann, wenn die Situation nicht mehr auszuhalten ist, dann wende ich mein Angesicht ab. Im Streit kann ich nicht mehr in die Augen meines Gegenübers schauen. Bestenfalls geht mein Blick noch am Gegenüber vorbei. Aber oft genug wende ich mich ganz ab.
Ist das sogar die Krankheit unserer Tage, dass aus Zuneigung Abwendung geworden ist, aus empfindsamer Wahrnehmung, verständnislose Abkehr, die nicht mehr sieht und hört, aber ablehnt und ausgrenzt?
Soziale Kälte und Sprachlosigkeit sind die Folge, Unruhe, die Angst macht.
Aber Gott wendet sich zu, mir und jeder oder jeder: aufmerksam und freundlich.
Gott wendet uns einander zu, dass jeder und jede zum Antlitz, zum Angesicht werden kann. Empathie, Sympathie und Solidarität leben auf, wo Zuwendung die Oberhand gewinnt, und eine sich spaltende Gesellschaft mit allen Umhergetriebenen, Vereinzelten, Suchenden kommen in eine große Ruhe der Geborgenheit. Was für ein Versprechen auf Zukunft!
So ist Segen der Name Gottes, der sich einprägt,
das Angesicht, das mich anschaut,
das Gegenüber, das mir nahekommt und sich mir zuneigt,
die Ruhe, die mich umfängt und aus der Hektik abholt.
Wie ein Gewand will Gott uns umfangen und umhüllen.
Gott segne dich und behüte dich.
Gottes Antlitz hülle dich in Licht, und sie sei dir zugeneigt.
Gottes Antlitz wende sich dir zu, und sie schenke dir °heilsame Ruhe. Amen

 

Lied

Herr, wir bitten: Komm und segne uns (SJ 75)

Ref.: Herr, wir bitten: Komm und segne uns.
Lege auf uns deinen Frieden.
Segnend halte Hände über uns.
Rühr uns an mit deiner Kraft.

1) In die Nacht der Welt hast du uns gestellt,
deine Freude zu verbreiten.
In der Traurigkeit,
mitten in dem Leid,
lass uns deine Boten sein.

2) In die Schuld der Welt hast du uns gestellt,
um vergebend zu ertragen,
dass man uns verlacht,
uns zu Feinden macht,
dich und deine Kraft verneint.

3) In den Streit der Welt hast du uns gestellt,
deinen Frieden zu verkünden,
der nur dort beginnt,
wo man wie ein Kind,
deinem Wort Vertrauen schenkt.

4) In das Leid der Welt hast du uns gestellt,
deine Liebe zu bezeugen.
Lass uns Gutes tun
und nicht eher ruhn,
bis wir dich im Lichte sehn.

5) Nach der Not der Welt, die uns heute quält,
willst du deine Erde gründen,
wo Gerechtigkeit
und nicht mehr das Leid
deine Jünger prägen wird.

 

Fürbitten

Gott – Quelle des Lebens, Bruder und Schwester, Kraft aus der Höhe:
All das bist du uns immer wieder.
Danke!

Oft scheinst du aber auch so fern.
Wir bitten dich für alle, die deine Nähe so schmerzlich vermissen.
Sei bei ihnen.

Wir rufen: Erhöre uns.

Wir bitten dich für alle, die offen bleiben für dich.
Die anderen Mut machen, weil ihr Vertrauen so groß ist.
Stärke sie.

Wir rufen: Erhöre uns.

Wir bitten dich für alle, die von dir enttäuscht sind:
Überrasche sie.

Wir rufen: Erhöre uns.

Wir bitten dich um deinen Segen:
Behüte, die in Gefahr sind,
lass dein Angesicht leuchten über denen,
die kein Licht am Ende des Tunnels sehen,
gib Frieden allen, die keinen Frieden haben.

Wir rufen: Erhöre uns.

Stilles Gebet

Wir rufen: Erhöre uns.

 

Vater Unser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

 

Lied

Geh unter der Gnade (SJ 65)

Der Text dieses Liedes ist urheberrechtlich geschützt und kann deshalb hier leider nicht wiedergegeben werden.

 

Segen

 

Mit herzlichen Grüßen
Superintendent Uwe Simon

 

Informationen

Am nächsten Sonntag, 07.06.2026, feiern wir einen Ökumenischen Gottesdienst auf der Steglitzer Festwoche. Beginn: 12:00 Uhr!

Herzliche Einladung zu Church@night mit Pfr. Oliver Matri und Team am Freitag, den 05.06.2026, 20:00 Uhr. Dann wollen wir gemeinsam feiern, dass dieser Abendgottesdienst in unserer Gemeinde ein Jahr alt wird.

Wir freuen uns auf unser Sommerfest, das wir am Sonntag, den 14.06.2026, mit einem Gottesdienst um (Achtung!) 12:00 Uhr beginnen mit Pfrn. Brigitte Schöne und Superintendentin Christa Olearius. Dann gibt es wie gewohnt Kulinarisches an Ständen, Spiele für die Kinder und zwei Musikbeiträge:
Um 14:00 Uhr spielt ein Ukulelen-Orchester und um 16:00 Uhr freuen wir uns auf „Sax á la carte“ mit „Summertime“. Wir freuen uns über tatkräftige Unterstützung an den Ständen und auf Kuchen-/Salatspenden.

 

Kollektensammlung

Die heutige Kollekte sammeln wir für die Arbeit mit Sorben und Wenden und für den Lebenshof Ludwigsdorf (je ½) und für unsere Familienfahrt nach Hirschluch (03. – 05.07.2026).

Spendenkonto: Ev. Kirchenkreisverband Berlin Süd-West
IBAN: DE34 5206 0410 1803 9663 99
BIC: GENODEF1EK1
Kennwort: Kollekte 31.05.2026 (und gewünschter Verwendungszweck)

Wir leiten Ihre Kollekte ggf. weiter! Gern senden wir auch eine Spendenbescheinigung zu.